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Bei der Untersuchung einer nicht vererbten spontanen Translokation t(6;15)(q21;q21) in einem Patienten mit Wilms Tumor entdeckte die Forschungsgruppe rund um Prof. Dr. Poul Sorensen ein neues Gen (Hace1), das für ein Protein mit sechs N-terminalen Ankyrin-Repeats und einer C-terminalen HECT Ubiquitin-Ligase-Domäne codiert. Die Expression von Hace1 erwies sich in Tumorgewebe als deutlich geringer als im angrenzenden gesunden Nierengewebe. Die genetische Inaktivierung von Hace1 in Mäusen führt im fortgeschrittenen Alter zu der Entwicklung von spontanen Tumoren. Bei dem zusätzlichen Verlust von dem Gen p53 steigt die Tumorinzidenz deutlich. Hace1 wurde daher als Tumorsuppressor eingestuft. Seitdem haben die Sequenzen einiger alternativer Transkripte von Hace1 ihren Weg in öffentlich zugängliche Genom-Datenbanken gefunden. In meiner Arbeit beschreibe ich die Identifikation und Klonierung eines bestimmten Transkripts von Hace1, das ich hier als „alternatives Hace1“ (aHace1) bezeichne. Im Gegensatz zum konventionellen Hace1 (909 Aminosäuren) codiert aHace1 für ein Polypeptid mit einer Länge von 562 Aminosäuren. Diesem fehlt zwar die Ankyrin-Repeat-Region, jedoch verfügt es neben der HECT-Domäne und der Linker-Region über eine einzigartige N-terminale Sequenz, die nicht Teil des regulären Hace1 Transkripts ist. Nachdem ich das alternative Transkript erfolgreich aus der cDNA einer Ewing-Sarkom-Zelllinie amplifiziert hatte, generierte ich lentivirale Vektoren, die den codierenden Bereich von aHace1 tragen. In Folge wurden 293-Zellen mit Viruspartikeln transduziert und ein Protein der erwarteten Größe mittels Western Blotting detektiert. Eine transiente Transfektion mit anschließender Antikörperfärbung zeigte ubiquitäre Expression in der Zelle im Gegensatz zum regulären Hace1, das nur im Cytoplasma lokalisiert ist. Die in-silico-Analyse des 5‘-untranslatierten Bereichs von aHace1 wies auf die mögliche Existenz einer internen ribosomalen Eintrittsstelle (IRES) und anderer regulatorischer Elemente hin. Abschließend entwickelte ich eine quantitative Real-Time-PCR-Methode, die mit unterschiedlichen Primern unterschiedliche Transkripte detektiert und daher in der Lage ist, die Expression von aHace1 und Hace1 zu messen. Eine erste Analyse mehrerer Zelllinien zeigte geringe aHace1-Expression im Vergleich zu Hace1 und keine signifikanten Unterschiede. Weitere Untersuchungen sind daher notwendig, um dieses alternative Transkript zu charakterisieren und seine mögliche Rolle in der Tumorentwicklung festzustellen.

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